Kannst du schon KI?

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Wie eine neue Technologie das Kompetenzprofil der Arbeitswelt entscheidend beeinflusst

Ein Beitrag zur Themenserie KI & Co.: Wie smarte Tools unsere Arbeitswelt verändern von Lukas Feil

Die heutige Arbeitswelt ist geprägt von einer Informationsflut, die die Produktivität der Mitarbeitenden beeinträchtigen kann. Laut dem Work Trend Index von Microsoft haben über die Hälfte der Befragten Schwierigkeiten damit, ihren täglichen Aufgaben nachzukommen. Zwischen endlosen Meetings, unorganisierten Dokumentablagen und ständigen Benachrichtigungen ist es schwierig, den Fokus auf das Wesentliche zu behalten und Innovation sowie strategisches Denken zu fördern.

KI als Rettungsring in der Informationsflut

Hier kann der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) einen positiven Einfluss haben, indem sie als Strukturhilfe, Zeitmanager und Schnittstelle zu den Zielen der Organisation fungiert.

Interessanterweise zeigt der Work Trend Index aber auch, dass die Angst davor, von KI-Modellen ersetzt zu werden, deutlich geringer ist als die Hoffnung auf ebendieses: Über 70% der Befragten würden gern so viele Aufgaben wie möglich an eine KI der Organisation delegieren. Insbesondere um relevante Informationen zu finden, den Alltag zu planen und die bereits erwähnten Meetings effektiver zu gestalten.

Die Rolle der Führungskräfte

Für Führungskräfte könnte das bedeuten, das künftig die Kernaufgabe darin besteht, die Motivation und den Optimismus der Mitarbeitenden zu nutzen, um die Ziele der Organisation zu erreichen. Hierfür ist es wichtig, Frustrationen im Umgang mit der Technologie zu vermeiden und insbesondere ältere oder weniger technikaffine Mitarbeitende effektiv in den Umgang mit KI-Modellen einzuführen.

KI-Verständnis als Basiskompetenz für die Zukunft

Das Verständnis von KI wird zu einer der Zukunftskompetenzen in der Arbeitswelt von Morgen. Ähnlich wie beim World Wide Web, das anfangs nur von wenigen verstanden und im Laufe der letzten drei Jahrzehnte immer zugänglicher wurde, wird der Einsatz von KI zu neuen Arbeits- und Organisationsmustern führen. Eine effektive Zusammenarbeit mit KI-Systemen wird zur Grundlage. Dies erfordert ein neues Kompetenz- und Anforderungsprofil, das das zielführende Formulieren von Anweisungen, kritisches und analytisches Denken, die korrekte Auswertung von Arbeitsergebnissen sowie die Fähigkeit, mit Kreativität und Originalität zu handeln, umfasst.

Emotionale Intelligenz und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Umfrage zeigt auch, dass 27% der Befragten die emotionale Intelligenz als entscheidend für die neue Arbeitswelt betrachten. Obwohl dies auf den ersten Blick verwirrend erscheinen mag, ist die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen, offenbar wichtiger als die rein technischen Anforderungen. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Akzeptanz einer Technologie, die in vielen Bereichen mit dem richtigen Training leistungsfähiger ist als der Mensch selbst, ein Eingeständnis der eigenen Fehlbarkeit und eine mentale Flexibilität erfordert. Gleiches gilt für die Teamarbeit, die oft interdisziplinär ist und die Zusammenarbeit mit Kollegen erfordert, die in anderen Bereichen kompetenter sind als man selbst.

Kein technologischer Wandel ohne Kulturwandel

Fakt ist: Der Übergang zu einer KI-getriebenen Organisation wird ohne Change-Management nicht erfolgreich sein können– auch das macht die Umfrage deutlich. Ein technologischer Wandel geht immer mit einem Kulturwandel in der Organisation einher. Wir bei Avilox beschäftigen uns daher bereits intensiv mit diesem Thema und setzen auf moderne Führung und vernetzte Zusammenarbeit. In Zeiten künstlicher Intelligenz darf dies nicht vernachlässigt werden!

Fazit

Insgesamt lässt der Work Trend Index von Microsoft erkennen, dass Technologiekompetenz, insbesondere ein basales Verständnis von KI und wie man mit ihr umgeht, zu den wichtigsten Zukunftskompetenzen gehören. Der effektive Einsatz von KI kann helfen, die Produktivität zu steigern, Innovation zu fördern und strategisches Denken zu ermöglichen. Führungskräfte sollten darauf achten, die Mitarbeitenden optimal zu motivieren und ihnen den richtigen Umgang mit KI-Technologien zu vermitteln. Der technologische Wandel erfordert nicht nur Kompetenzanpassungen, sondern auch einen Kulturwandel, der von einer offenen Einstellung gegenüber neuen Technologien und einer stärkeren Zusammenarbeit geprägt ist.


Hinweis zur Methodik: Beim Work Trend Index handelt es sich um ein 20-minütige Online-Befragung von 31.000 Vollzeitkräften und Selbständigen aus 31 Ländern. Die Befragung wurde im Zeitraum 01.02.2023-16.03.2023 durchgeführt. Zu den Befragten zählten vor allem Führungskräfte, aber auch Vollzeitkräfte und Selbständige ohne Personalverantwortung. Microsoft hat die Durchführung der Studie an eine unabhängige Marktforschung ausgelagert. Anzumerken ist, dass die Methodik nicht transparent dargestellt ist – und damit nicht falsifizierbar. Nichtsdestotrotz bietet der Index aus unserer Sicht wichtige Gedankenanstöße.

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