Arbeitswelt 4.0 – Herausforderungen für die mobile Zusammenarbeit: AviloX im Dialog mit VMware, AirWatch, TUI und Braun Melsungen

„Arbeitswelt 4.0 – Technologische und organisatorische Herausforderungen in Zeiten des mobilen Business“. Zu diesem Top-Thema durften wir beim Business Mobility Roundtable von VMware in München mit Ralf Gegg (Director End User Computing CEMEA von VMware), Dominic Schmidt-Rieche (AirWatch), Christian Rudolph (Lead Infrastructure Architecture, TUI Group) und Martin Runkel (Head of Custom Solutions & Technology, B. Braun Melsungen AG) diskutieren. Unsere verschiedenen Perspektiven ergaben spannende Impulse rund um die Chancen und Herausforderungen moderner und mobiler Arbeitsgestaltung. Hier fassen wir die Highlights des Dialogs zusammen:

Mobile Arbeitsgestaltung – eine Frage der Kultur?

„Im Vergleich zu den skandinavischen Ländern ist Deutschland noch sehr konservativ – dort gibt es sehr viel mehr Leute, die im Home-Office arbeiten und auch in Bezug auf Mobility ist man uns weit voraus“, meinte Christian Rudolph. Und tatsächlich: In Großbritannien, Skandinavien und den Niederlanden steigt die Zahl der flexiblen Arbeitsplätze. In den Niederlanden hat seit kurzem sogar jeder Arbeitnehmer das Recht auf Arbeit von zu Hause.

Um dem steigenden Bedarf der Unternehmen gerecht zu werden, liefern Anbieter wie VMware immer mehr Lösungen für den Mobility-Sektor. Ralf Gegg betont dabei zwei grundlegende Herausforderungen für die IT: die Bereitstellung sicherer Identity- und Access-Lösungen für eine zunehmend mobile Belegschaft sowie die Verwaltung einer wachsenden Vielfalt an Anwendungen, Daten und Geräten. „Diese Trends brechen traditionelle IT-Modelle auf, bei denen Sicherheitskontrollen für den Netzwerkzugriff der Client-Server-Ära entwickelt wurden und nun nicht mehr den Anforderungen der Mobile-Cloud-Ära entsprechen. Da die IT wenig bis gar keine Kontrolle über die Entscheidung der Mitarbeiter hat, welches Betriebssystem sie nutzen, stellt die Identity-Verwaltung der Mitarbeiter eine Notwendigkeit dar, um Mobilität zu ermöglichen“.

Die beste IT nützt nichts, wenn der Chef sagt: “Im Home-Office wird doch nur gefaulenzt.”

Damit mobiles Arbeiten funktioniert, gehören aus unserer Sicht jedoch nicht nur IT-Modelle, sondern auch einige etablierte Führungsinstrumente und Werthaltungen des Miteinanders auf den Prüfstand gestellt. Im Roundtable berichteten wir aus unseren Erfahrungen: „Oft begegnen wir in Unternehmen Führungskräften mit der Meinung, dass Mitarbeiter im Home-Office doch nur faulenzen. Wenn dann über die Nutzung neuer Technologien mit Argumenten diskutiert wird wie: „dann chatten die Mitarbeiter ja nur noch und kommen nicht mehr zum Arbeiten“, kommt man nicht weiter. Die Umsetzung mobilen Arbeitens muss also über die IT hinausgehen. Beispielsweise ist zu klären, mit welchen Regelungen Home-Office möglich ist, wie Meetings auch virtuell gut funktionieren, ohne dass jeder parallel an seinem Platz etwas anderes macht, oder wie man gemeinsam für Teamzusammenhalt sorgt, auch wenn man sich nicht mehr täglich im Büro begegnet“.

Nicht ohne HR sowie Personal- und Betriebsräte

Martin Runkel betonte dabei, dass auch die HR-Abteilungen mitziehen und entsprechend innovativ sein müssten, wenn neue IT-Lösungen im Arbeitsalltag ankommen sollen. Die Zustimmung der Betriebs- und Personalräte stelle oftmals ebenfalls eine Herausforderung dar.

Das konnten wir nur bestätigen und warben dafür, sowohl die HR-Abteilung als auch den Betriebsrat bereits frühzeitig in die Konzeptionsphase für mobile Lösungen zu integrieren. Denn einerseits verlangt das mobile Arbeiten Führungskräften und Mitarbeitern neue Fähigkeiten ab, wie beispielsweise die virtuelle Teamsteuerung oder Methoden zum Selbstmanagement, die im HR-Bereich eingeplant werden müssen. Andererseits wirkt der Betriebsrat als Korrektiv und setzt auch mal Grenzen, die sinnvoll sein können.
Der digitale Wandel ist eines der strategischen Top-Themen für Unternehmen und gehört damit dringend auch auf die Agenda der Personalabteilungen. Allerdings ist dabei Umdenken gefragt: Vom Personalverwalter zum Mitgestalter der Organisation.

Weitere Informationen zum Business Mobility Roundtable von VMware finden Sie hier:

http://www.it-zoom.de/it-director/e/die-zukunft-des-mobilen-arbeitens-11371/
http://vmwarenews.de/2015/07/14/arbeitswelt-4-0-technologische-und-organisatorische-herausforderungen-in-zeiten-des-mobilen-business/

Link-Tipps zum Thema:

http://www.neues-deutschland.de/artikel/983385.zu-hause-im-zug-im-park.html
http://www.spiegel.de/karriere/ausland/home-office-niederlande-garantieren-heimarbeit-per-gesetz-a-1028521.html
http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/diw-immer-weniger-deutsche-arbeiten-von-zu-hause-aus-a-954409.html
http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/microsoft-home-office-und-flexible-arbeitszeit-fuer-alle-a-989526.html
http://stephangrabmeier.de/beim-social-intranet-muessen-fuehrungskraefte-mit-gutem-beispiel-vorangehen/836/
http://www.sputnika.de/berlin/magazin/details/article/dann-arbeiten-die-mitarbeiter-doch-gar-nicht-mehr-sondern-chatten-nur-noch/