Zukunftsbild Enterprise 2.0 – Organisationsentwicklung macht es möglich

“Ich würde immer raten, den Wandel zum Enterprise 2.0 als großes Ganzes zu betrachten und sich im Vorfeld zu fragen, in welchen Bereichen man Nutzen generieren möchte und da in Szenarien zu denken. Es geht eben nicht nur um die Einführung einer neuen Technologie, sondern um nachhaltige Unternehmens- und Organisationsentwicklung.”, sagt Regina Wünsch im dritten Teil unseres Interviews über die ersten Schritte für die Einführung von Enterprise 2.0 bei pfm medical ag. Lesen Sie hier mehr dazu:

Interview-Reihe mit Regina Wünsch:

TEIL 1: Anstoß zum Enterprise 2.0 – Von der Neugier zur Begeisterung für vernetzte Zusammenarbeit
TEIL 2: Enterprise 2.0 als Change Management Prozess – Wandel in HR und Management
TEIL 3: Zukunftsbild Enterprise 2.0 – Organisationsentwicklung macht es möglich

 

Zukunftsbild Enterprise 2.0 – Organisationsentwicklung macht es möglich

AviloX: Sie erwähnten, dass sie in dem mittelständischen Unternehmen von schlanken Hierarchien profitieren und über sehr kurze Berichtswege arbeiten. Welche organisationalen Besonderheiten sind für das Intranet Projekt außerdem von Vorteil?

R. Wünsch:Unsere eigentliche Besonderheit ist, dass wir ein werteorientiertes Unternehmen sind. Wir fragen uns stets: Passt das, was wir tun auch zu unserer Unternehmenskultur und wie verändert es diese? Außerdem sind wir ein inhabergeführtes Unternehmen und die Eigentümerfamilie trägt die Transformation des Unternehmens in eine agilere Organisation mit.

AviloX: Haben sie eine Vorstellung, in welche Richtung sich pfm medical durch Enterprise 2.0 weiterentwickeln wird? Wie wird es sich anfühlen, dort in 5 Jahren zu arbeiten?

R. Wünsch:Das ist eine ganz interessante Frage, mit der wir uns auch gerade sehr intensiv beschäftigen. Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass ohne eine genaue Antwort auf diese Frage das Thema Enterprise 2.0 keinen Sinn macht. Wir arbeiten daher gerade intensiv am „Zukunftsbild pfm medical“.

Wir glauben, dass Information noch mehr zu einer Holschuld wird. Heute bekomme ich noch E-Mails und muss die eingehenden Informationen für mich selbst strukturieren. Künftig wird es so sein, dass ich mich in den virtuellen Bereich einlogge oder den digitalen Unterhaltungen folge, welche die Informationen, die ich benötige, beinhalten. Außerdem glaube ich, dass wir uns ein Stück weit von starren Projektmanagement-Methoden verabschieden müssen. Um bei all der Komplexität weiterhin schnell auf Kurs zu sein, brauchen wir agilere Methoden – besonders in Bezug darauf wird sich bei uns in den nächsten Jahren dramatisch etwas verändern.

AviloX: Was hat der Kunde davon, dass sich die Organisation zu einem Enterprise 2.0 entwickelt?

R. Wünsch:Wir wollen uns zunächst einmal intern mit den Möglichkeiten der vernetzten Zusammenarbeit austoben und ein Gefühl dafür bekommen. Den konkreten Kundennutzen durch kollaborative Zusammenarbeit werden wir erst in einem nächsten Schritt herausarbeiten. Wir achten allerdings schon heute darauf, ein Tool auszuwählen, dass uns später auch eine offenere Kommunikation nach draußen ermöglicht. Klar ist auch, dass wir durch Kollaboration die Chance haben, beispielsweise viel schneller und fundiert Auskunft geben zu können. An uns werden oft medizinisch schwierige Fragen herangetragen. Wenn wir eine vernetzte Expertengruppe hätten, an die wir direkt solche Fragen weiterreichen könnten, dann wären wir viel schneller in der Lage, eine qualitative Antwort zu geben, als das heute der Fall ist.

AviloX: Wann könnten Sie sagen, dass Sie mit dem Projekt eine kulturorientierte Organisationsentwicklung gemeistert haben?

R. Wünsch:Es ist schwierig, das in eine Zeitschiene zu fassen. Wir sind überzeugt, dass wir uns 2-3 Jahre Zeit geben sollten, um eine wirklich nachhaltige Veränderung herbeizuführen. Ich glaube, dass ich zufrieden bin, wenn ich merke, dass insgesamt die Kommunikationskultur im Unternehmen noch offener und transparenter geworden ist – weg vom bilateralen Austausch, der bei uns momentan noch sehr stark gepflegt wird. Mit dem Enterprise 2.0 Projekt befinden wir uns auf einer Reise. Wir müssen uns dabei immer wieder selbst hinterfragen, auch mal inne halten und uns fragen „Passt das zu uns?“, „Ist das der richtige Weg?“, „Was müssen wir noch anders tun?“. Das Wesen eines solchen Projektes ist es, das es immer wieder Schleifen nach vorn und zurück gibt.

Meine Vision für das Enterprise 2.0 Projekt ist, dass wir es so aufsetzen, dass Mitarbeiter davon mitgerissen werden. Dass sie vielleicht erst skeptisch sind, verstehe ich gut. Mein Wunsch ist es aber, dass sich die Kolleginnen und Kollegen austauschen und gemeinsam entdecken, wie viel Gutes die kollaborative Zusammenarbeit mit Hilfe neuer Technologien hat. „Finde ich super, ich bin dabei und mach da mit“, diese Aussage der Mitarbeiter ist mein Ziel.

AviloX: Die meisten Unternehmen setzen ein solches Projekt eher mit weniger Geduld um und wollen die Einführung von Enterprise 2.0 innerhalb von einem Jahr finalisiert haben. Wie sorgen Sie für den langen Atem, denn 2-3 Jahre können ja auch verdammt lang werden?

R. Wünsch:Das nächste Jahr wird entscheidend sein, weil wir dann in die Offensive gehen mit der Plattform und entsprechenden Maßnahmen zur Einbindung der Mitarbeiter. Es wird unter anderem Schulungsmaßnahmen geben. Zudem denken wir über ein Konzept nach, mit dem wir mit agilen Methoden das Projektmanagement gestallten werden. Vielleicht sind wir am Ende ja sogar schneller als in drei Jahren in einem Stadium, das uns zufrieden stimmt. Aber dazu kann ich Ihnen dann im nächsten Jahr sicherlich mehr sagen.

AviloX: Hätten Sie aus ihren eigenen Erfahrungen aus den Anfängen einen Ratschlag, den sie anderen geben würden, die ebenfalls ein Enterprise 2.0 Projekt im Unternehmen anschieben wollen?

R. Wünsch:Ich würde immer raten, den Wandel zum Enterprise 2.0 als großes Ganzes zu betrachten und sich im Vorfeld zu fragen, in welchen Bereichen man Nutzen generieren möchte und da in Szenarien zu denken. Es geht eben nicht nur um die Einführung einer neuen Technologie, sondern um nachhaltige Unternehmens- und Organisationsentwicklung. Dieser Komplexität muss man Rechnung tragen. Es ist schwierig, erst eine Plattform einzuführen und sich erst hinterher Gedanken zu machen, was die Mitarbeiter damit eigentlich tun sollen und wie man sie mitnimmt. Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt sieht man nämlich, dass viele Unternehmen genau daran bei der Einführung von Enterprise 2.0 gescheitert sind.


AviloX unterstützt Organisationen im Wandel zum Enterprise 2.0. In unserem Interview-Blog zu vernetzten Arbeitswelten gehen wir mit unserem Netzwerk in den Dialog – zum Voneinander lernen, Tipps und Tricks zur Etablierung moderner Arbeitswelten austauschen und Wissen weiterentwickeln. Ob Social Collaboration, Wissensmanagement, Open Innovation, Social Learning oder Industrie 4.0 – gern begleiten wir auch Sie als kompetenter Partner auf Ihrem Weg zum Enteprise 2.0. Mehr über uns erfahren Sie hier.


Haben Sie selbst ein Thema im Zusammenhang mit Social Software, das Sie interessiert? Oder möchten Sie uns einen geeigneten Interviewpartner empfehlen? Dann treten Sie gern mit uns in Kontakt.

Bildnachweis: Chris Friese/flickr.com

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