Social Collaboration in den Augen eines Mitarbeiters

Die besten Social Collaboration Tools bleiben erfolglos ohne aktive Beteiligung aller Mitarbeiter. Im dritten Teil unser Interviewreihe mit dem Social Media Berater Thomas Lerche sprachen wir über seine Erfahrungen als Mitarbeiter in Unternehmen, welche Social Software einsetzen.

Thomas LercheInterview-Reihe mit Thomas Lerche:

Teil 1: Vernetzte Arbeitswelten in den Augen der Generation Y
Teil 2: Social Collaboration in den Augen eines Social Media Managers
Teil 3: Social Collaboration in den Augen eines Mitarbeiters

 

Teil 3: Social Collaboration in den Augen eines Mitarbeiters

AviloX: Welche Erfahrungen mit Social Collaboration haben Sie bereits gemacht?

T. Lerche: Bei fast allen meinen bisherigen Arbeitgebern kamen Social Collaboration Tools zum Einsatz. Ab einer gewissen Unternehmensgröße gehören Collaboration Tools meiner Meinung nach zum Unternehmens-Standard. Besonders im Dateienmanagement haben sich für mich deutliche Vorteile gezeigt, da die Dokumentenversionierung ebenso wie die Möglichkeiten einer zeitgleichen Bearbeitung oder die Vergabe von Nutzerrechten eine deutliche Erleichterung im Arbeitsalltag darstellen. Auch Messenger Funktionalitäten entlasten das Mail-Postfach erheblich und erfreuten sich deshalb großer Beliebtheit bei allen Mitarbeitern.

AviloX: Worin lagen aus Ihrer Sicht die größten Schwierigkeiten im Umgang mit Social Intranet?

T. Lerche:Ich habe langwierige Einführungsphasen miterlebt, in denen das Verständnis der Mitarbeiter für die Software hergestellt werden musste. Für eine wirklich aktive und fortwährende Beteiligung aller Mitarbeiter an der Arbeit mit den Tools bedarf es oft vieler Monate, wenn nicht Jahre. Eine vielgeführte Diskussion ist auch die Möglichkeit der anonymen Nutzung der Netzwerke. Mitarbeiter wollen die Intranetze oft nur dann aktiv nutzen, wenn sie nicht jederzeit per Klarnamen identifiziert werden können. In jedem Falle sind Social Media Guidelines nützlich, um den Beteiligten einerseits einen Leitfaden an die Hand zu geben, andererseits aber auch „Leitplanken“ für Regeln vorzuschlagen, zu denen sich jeder bekennt.

AviloX: Haben Sie den viel beschworenen Generationsunterschied in Bezug auf die Offenheit für Social Software auch in Ihrem Unternehmen erlebt?

T. Lerche: Ja. Ältere Kollegen haben mitunter viele Vorbehalte. Zum Teil lassen sich diese durch Aufklärung auflösen. Trotzdem sieht die ältere Generation oft weniger Nutzen in den Tools, als die junge, weil Generation Y es für selbstverständlicher hält beispielsweise auch Daten über sich selbst im Netzwerk preiszugeben oder Präsentationen bereits im Bearbeitungszustand freizugeben. Hier ist noch viel Aufklärungsbedarf erforderlich, durchaus aber auch für die junge Generation, die in Punkto Datenschutz oft zu sorglos mit Unternehmensinformationen umgehen.

 

Weiterführende Links:

Mitarbeitermotivation – Akzeptanz für Social Software

Social Software – Meinen Kollegen gefällt das von Lukas Pfeiffer


AviloX unterstützt Organisationen im Wandel zum Enterprise 2.0. In unserem Interview-Blog zu vernetzten Arbeitswelten gehen wir mit unserem Netzwerk in den Dialog – zum Voneinander lernen, Tipps und Tricks zur Etablierung moderner Arbeitswelten austauschen und Wissen weiterentwickeln. Ob Social Collaboration, Wissensmanagement, Open Innovation, Social Learning oder Industrie 4.0 – gern begleiten wir auch Sie als kompetenter Partner auf Ihrem Weg zum Enteprise 2.0. Mehr über uns erfahren Sie hier.


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