Wer sagt, Stadtwerke seien eingestaubt? Die Stadtwerke Leipzig GmbH ganz modern und offen – mit einer Neugestaltung der Arbeitsumgebung

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Glaswände, die Transparenz bis ins Chefzimmer zulassen. Ein Führungsleitbild, das in die Innenarchitektur der Büros hineingetragen wurde. Mitarbeiterwiderstände, die mit Mut in ihr Gegenteil gewandelt wurden.

Bei der Stadtwerke Leipzig GmbH hat sich einiges getan, seit sich das Unternehmen, nicht zuletzt durch die Handschrift von Ines Ammon (Abteilungsleiterin Gebäude- und Flächenmanagement) und ihrer Kollegen aus dem Bereich Personal -/ Organisationsmanagement, die Gestaltung moderner Arbeitswelten in der Stadtwerke Leipzig GmbH zur Aufgabe gemacht haben. Im Interview mit Frau Ammon sprachen wir über die Gestaltung einer modernen Arbeitsumgebung bei der Stadtwerke Leipzig GmbH, einem der größten Stadtwerke Deutschlands:

Stadtwerke Leipzig„Bis vor einem Jahr saßen wir in einem richtig typischen Altbau mit dicken Wänden, großen Fluren, hohen Zimmern. Das waren noch diese Beamtenbüros, so wie sie in den letzten zwanzig Jahren eben gewachsen sind. Wir hatten dort viele Schrankwände in den Zimmern, weil wir einfach noch viel Papier brauchten. Jetzt ist es ja eigentlich gar nicht mehr so, weil man heutzutage vieles digital hat. Wir brauchen das Papier gar nicht mehr“, erzählt Ines Ammon. „Unser Ziel war es, unsere offene, kommunikative und transparente Unternehmensphilosophie auch in unserer Bürowelt wider zu spiegeln.“

Durch ihren Umzug in ein neues Gebäude verwirklichten die Stadtwerke Leipzig die Neugestaltung der Arbeitsumgebung mit Standardbüros und geräumigen Zonen, die mit kleinen Kaffeeinseln und Stehtischen zum Austausch einladen.

Besonders aber ziehen die gläsernen Wände Aufmerksamkeit auf sich. Diese wirken buchstäblich als Symbol und sichtbarer Beleg für eine offene Unternehmenskultur. Die transparente Darstellung der Führungswerte vermitteln Mitarbeitern und Besuchern, was den Stadtwerken Leipzig im Miteinander wichtig ist. „Die Führungswerte sind damit präsent im Arbeitsalltag verankert – präsent im Raum, aber vor allem präsent in den Köpfen aller. Besser und wirkungsvoller können unsere Werte nicht transportiert werden.“

„Natürlich waren die Mitarbeiter anfangs skeptisch. Der Übergang von den geschlossenen Büros hin zu offenen und transparenten Bereichen rief Widerstände hervor. So eine verschlossene Bürotür vermittelt ja auch eine gewisse geschützte Atmosphäre. Die Angst, mehr kontrolliert und beobachtet zu werden, ließ den einen oder anderen ganz vergessen, dass seine Bürotür auch im alten Gebäude ja meist weit offen stand“, blickt Ammon zurück und betont: „Hier mussten wir einfach mutig und konsequent sein. Wir haben es einfach gemacht. Wir haben die neuen Räume eingerichtet und alles erst kurz vor dem Umzug den Mitarbeitern gezeigt. Schon kurze Zeit später wurden wir für diesen Mut belohnt: Inzwischen hören wir fast einhellig ‚Finden wir gut.‘ oder ‚Wir fühlen uns wohl im neuen Domizil‘ ‘. Auch die unabhängige Befragung des Betriebsrates zeigte, dass die Glaswände keinen mehr stören, im Gegenteil: es finden fast alle toll hier. Der Widerstand hat sich ins Gegenteil gedreht, plötzlich fragen uns die Kollegen aus anderen Objekten sogar `Was passiert jetzt bei uns im Gebäude?‘ Und nun machen wir Schritt für Schritt auch dort weiter.“

Es gab jedoch noch eine zweite große Veränderung: Wesentlich weniger Platz für Ordner und Ablageflächen zwang alle Mitarbeiter zu einem Riesenschritt hin zum papierfreien Büro. „Zunächst gab es einen Aufschrei über alle betroffenen Bereiche hinweg. In der zweiten Stufe mobilisierten die Mitarbeiter unglaublich viel Energie, ihre Papierberge in Angriff zu nehmen. Sie sortierten aus und archivierten – in der heißen Phase weit über den Feierabend hinaus. Bis schlussendlich die allermeisten nach getaner Arbeit den Umzug auch als Chance begriffen haben, sich einmal gründlich von dem angesammeltem Ballast zu befreien. Heute wissen wir, dass die Archivflächen, die zentral auf den Etagen anstatt in jedem Büro zur Verfügung stehen, nicht einmal voll genutzt werden. Es hat also wirklich einen Effekt gebracht – und zwar nachhaltig. Sicher auch befördert durch unsere jetzt zentralen Druckerinseln auf den Etagen, gehen die Mitarbeiter seit dem Umzug bewusster und umweltbewusster mit dem Drucken und Papiersammeln um.“

Mit der Neugestaltung der Arbeitsumgebung hat sich aber auch die Kultur und die Arbeitsweise bei den Stadtwerken Leipzig wie von selbst mit verändert. Die Kaffeeinseln und Stehtische sind zu wahren Kommunikationsinseln geworden. Der schnelle, unbürokratische Austausch in angenehmer Atmosphäre ist nicht nur gut für das Miteinander und das Team – er spart einfach auch Zeit und Arbeit. „Das haben unsere Kollegen sehr schnell schätzen gelernt und nutzen es heute gern. Hier tauschen sie sich aus, diskutieren und arbeiten im wahrsten Wortsinn miteinander“, berichtet Ines Ammon.

Rückblickend hat das für die Planung der Arbeitsplätze zuständige Team der Stadtwerke Leipzig nicht nur positive Erfahrungen gesammelt, sondern vor allem unter Beweis gestellt, wie viel Wirkung ausgeklügelte räumliche und physisch neue Arbeitswelten erzielen können.

Und diese Erfahrungen lässt das Team auch in seine künftige Planung der Arbeitsplätze einfließen. Interessant dabei ist die besondere Zusammenarbeit rund um die Personalarbeit bei der Stadtwerke Leipzig GmbH. Historisch gewachsen ist hier ein starkes Team, in dem sich Personalberatung, Personalentwicklung, Organisations- und Gebäudemanagement gemeinsamen Aufgaben in der Unternehmensgestaltung stellen. „Das Personalmanagement und -betreuung weiß genau, wie sich die Personalzahlen verändern. Sie geben uns vor, wo wir mehr Mitarbeiter werden, wo weniger. Das Organisationsmanagement wiederum definiert die Strukturen. Das übersetzen wir dann in unsere Planung.“

Wir danken Frau Ammon und ihren Kollegen für die inspirierenden Einblicke in den Wandel der Arbeitsumgebung bei der Stadtwerke Leipzig GmbH.