Social Business 2014 – Work-Life-Balance trotz Social Software

Work-Life-Balance - AviloX - Beratung für vernetzte Arbeitswelten
Lesezeit: 3 Minuten, 23 Sekunden

Im dritten und letzten Teil unserer Interview-Reihe mit dem Enterprise 2.0 Experten Andreas Schulze-Kopp gehen wir der Frage nach, welche Chancen und Risiken sich aus einer mobilen vernetzten Arbeitswelt  für die Work-Life-Balance ergeben können.

In den letzten beiden Teilen der Interview-Reihe sind wir bereits auf folgende Themen eingegangen: 
Teil 1: „Social Business 2014 – Hype oder echte Chance“
Teil 2: Technologie trifft Unternehmenskultur – Fragen zur Einführung von Social Software

TEIL 3: Work-Life-Balance trotz Social Software

AviloX: Was sind heute die Auslöser für Unternehmen, sich überhaupt mit dem Einsatz von sozialen Technologien zu beschäftigen?

A. Schulze-Kopp: Ein Auslöser ist unter anderem die Beschäftigung mit Fragen rund um Work-Life-Balance, Attraktivität als Arbeitgeber und Burnout.

Ein Beispiel hierfür ist Volkswagen (VW). Hier wird die Weiterleitung von Mails auf das Handy nach 18 Uhr abgeschaltet. Aber es ist eben auch immer eine individuelle Verantwortung: Benutze ich den An-/Aus-Knopf von meinem Handy oder bin ich momentan so unter Druck, dass ich die E-Mails auch abends um 22 Uhr beantworten muss? Bekomme ich die Rückendeckung von meinem Chef, dass ich ab 18 Uhr nicht mehr da bin und erst morgen ab 9 wieder zur Verfügung stehe oder nicht? Auch das hat mit Kulturwandel zu tun.

AviloX: Das Verschwinden von Grenzen und der schwindende Raum für Erholungsphasen sind oft genannte Risiken. Social Media – egal ob intern oder extern – kann ein zusätzlicher Stressor werden, der krank machen kann. Wie können Unternehmen den Risiken begegnen?

A. Schulze-Kopp: Das sehe ich nicht als spezielles Phänomen von Social Business. Es wird ja erst als negativ empfunden, wenn ich es nicht gerne und nicht aus Überzeugung mache. Wenn ich generell nicht hinter meinem Job stehe, dann wird alles irgendwann negativer Stress. Wenn ich ihn aber gerne mache, dann ist es auch kein Problem, eine Stunde länger zu arbeiten. Langfristig sollte dies aber kein Dauerzustand sein.

AviloX: Der Flow, den Sie beschreiben, erzeugt positiven Stress. Muss man nicht trotzdem auch begeisterte Menschen davor schützen, dass die Arbeit zu viel Raum in ihrem Leben einnimmt? Social Technologies ermöglichen ja, dass ich jederzeit von jedem Ort arbeiten kann.

A. Schulze-Kopp:  Auch das ist aus meiner Sicht kein Phänomen von Social Business. Es ist eine Pflicht des Arbeitgebers, seine Mitarbeiter zu schützen. Eine gewisse Medienkompetenz sollten Mitarbeiter aber generell entwickeln, sowohl intern als auch extern.

Die neuen Technologien können auch zur Entlastung beitragen. Wenn ich beispielsweise aus dem Urlaub zurückkomme und 500 rote ungelesene E-Mails bearbeiten muss, ist von der Erholung nicht mehr viel übrig. Da komme ich mit Social Software definitiv schneller zum Status Quo.

AviloX: Was würden Sie denn abschließend einem Entscheider für Botschaften mit auf den Weg geben, wenn er sich fragt, ob Social Business für ihn relevant ist?

A. Schulze-Kopp: Dass ein Entscheider sich überhaupt diese Frage stellt, ist schon ein wesentlicher erster Schritt. Social Software abzulehnen, ohne wirklich zu prüfen und intern zu diskutieren, ob sie Nutzen bringen könnte, kann ein schwerwiegender Fehler für die Zukunft sein. Ob Social Software schließlich ein Erfolgsfaktor wird, liegt dann ja an jedem selbst.

 

Weiterführende Links:

Webseite von Andreas Schulze-Kopp rund um die Themen Enterprise 2.0, Social Business und Social Media

John Henderson on e27 Blog: Is Tech good or bad for Work-Life-Balance?

Five Trends shaping the Future of Work by Jacob Morgan


AviloX unterstützt Organisationen im Wandel zum Enterprise 2.0. In unserem Interview-Blog zu vernetzten Arbeitswelten gehen wir mit unserem Netzwerk in den Dialog – zum Voneinander lernen, Tipps und Tricks zur Etablierung moderner Arbeitswelten austauschen und Wissen weiterentwickeln. Ob Social Collaboration, Wissensmanagement, Open Innovation, Social Learning oder Industrie 4.0 – gern begleiten wir auch Sie als kompetenter Partner auf Ihrem Weg zum Enteprise 2.0. Mehr über uns erfahren Sie hier.


Haben Sie selbst ein Thema im Zusammenhang mit Social Software, dass Sie interessiert? Oder haben Sie eine Idee wen wir interviewen könnten, dann können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen.

Bildnachweis: Das verwendete Bild wurde leicht verändert, das Original stammt von: philcampbell / flickr.com.

Über Regina Köhler

Gründerin und Inhaberin von AviloX. Zehnjährige Führungs- und Beratungserfahrung bei strategischen Veränderungsprozessen in Mittelstand und Konzernen. Vereinigt einen Sinn für einfache, pragmatische Lösungen mit einer Leidenschaft für technologische Trends und ausgeprägter Inspirationsgabe. Als Mutter zweier Kinder und Volleyballerin hegt sie besonderes Interesse für moderne Formen der Kompetenzentwicklung.